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Paartherapie -
Beziehung und Sexualität
im Paar- und Familiensystem
Grundsätzlich ist partnerschaftliche und sexuelle Beziehungszufriedenheit nicht nur ein wesentlicher Aspekt der körperlichen und seelischen Gesundheit,
sondern auch ein zentraler Bestandteil der allgemeinen Lebensqualität.
Die meisten Menschen in einer Paarbeziehung befinden sich
jedoch im Spannungsfeld des mehr oder weniger ungleichen sexuellen Verlangens.
Dieses Dilemma stellt die Partner vor allem im fortgeschrittenen
Beziehungsalter vor die schwierige Wahl, sich zwischen einem Festhalten am zwar
unbefriedigenden, aber vertrauten Status quo und der Konfrontation mit der Angst vor Veränderung zu
entscheiden.
Mit Veränderung ist hier nicht die Flucht in die nächste
Beziehung gemeint, die einem nur dasselbe Spiel mit neuer Besetzung ermöglicht.
Dies impliziert, dass lediglich der Partner sich zu ändern habe.
Wirkliche
Veränderung im Sinne einer eigenen, persönlichen Weiterentwicklung kann nur in
mir selbst stattfinden.
Probleme auf der sexuellen Ebene einer Partnerschaft äußern
sich häufig in körperlichen bzw funktionellen Symptomen.
Ich betrachte diese Symptome jedoch nicht als Defizit oder
Schwäche oder Nicht-Können, wie häufig von den betroffenen Personen erlebt,
sondern als Ausdruck des o.g. Dilemma.
Das Symptom ist als Signal zu betrachten, das deutlich auf
den möglichen, jedoch mit Angst verbundenen Weg zur eigenen Weiterentwicklung
als sexuelles Wesen, als Mann oder Frau, hinweist. Es drückt den Konflikt aus,
zwischen dem Bedürfnis nach persönlicher Differenzierung und der Angst davor.

„Wer durch das Trauma des Reifens und der zunehmenden
Differenzierung hindurchgeht, eröffnet sich die Möglichkeit, doch noch erwachsen zu
werden. Durch die bewußte Auseinandersetzung mit den Beschränkungen der
Partnerschaft können ein intimes Miteinander und erotische Spannung entstehen.
Wenn wir Entscheidungen treffen zwischen Ängsten und Möglichkeiten, die uns
wirklich zu Herzen gehen, machen wir große Fortschritte in unserer
Differenzierung und werden empfänglicher für wahre Liebe“
(Schnarch D.,2006)
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