Systemische Aufstellung, auch Familienaufstellung genannt
– eine Arbeitsmethode aus dem Bereich der Systemischen Kurzzeittherapien
So einzigartig wir Menschen als Individuen auch sind,
gemeinsam ist uns allen, dass wir in eine Familie hineingeboren werden.
Innerhalb dieser Familie bestehen unterschiedliche
Beziehungen und Bindungen der Mitglieder zueinander, bewusst erkennbare, jedoch
auch verborgene, im Unterbewusstsein wirkende.
Dieses Beziehungsnetz ist als Familiensystem in
verschiedenen Ebenen „geordnet“, die gewissermaßen eine natürliche,
hierarchische Struktur aufweisen. So ist für jeden Menschen die Ebene „Kinder“ im Verhältnis
zur Ebene „Eltern“ mit einer als selbstverständlich empfundenen Beziehungsqualität
erfüllt. Selbst dann, wenn diese Qualität im eigenen Kindheitsdasein so nicht erfahren wurde,
können wir uns ein „Bild“
davon machen, wie sie eigentlich hätte aussehen sollen.
Wir alle können ein deutliches Gefühl dafür entwickeln, dass
wir uns als Kinder von unseren Eltern Nähe, Achtung und Anerkennung gewünscht
haben. Die Erwartung und das Erhalten
dieser Gaben empfinden wir als selbstverständlich und „richtig“.
Dies trifft auf die Menschen aller Kulturen zu, auch wenn
sie sich in Einzelheiten unterscheiden mögen.

Nun ist unsere kindliche Wahrnehmung von direkter,
bildlicher Informations-verarbeitung geprägt. Deshalb werden wichtige Beziehungs-qualitäten tief
im Unterbewusstsein in einer bildhaften Anordnung der Personen zueinander
gespeichert.
Im Laufe unserer Kindheit haben wir lernen müssen, mit
etwaigen Defiziten in Bezug auf die Erfüllung der oben erwähnten natürlichen
Bedürfnisse zurechtzukommen. Die Maßnahmen und Strategien, die wir dabei entwickeln,
helfen uns mehr oder weniger gut, die Mängel auszugleichen, manchmal sogar sie
zu überleben.
Mit diesem tief verankerten Verhaltensrepertoire als
Rüstzeug gestalten wir auch im Erwachsenenleben unsere wichtigen Beziehungen,
vor allem zu Lebenspartnern und eigenen Kindern, manchmal auch zu
Arbeitskollegen und anderen Personen, die
in „natürlich“ hierarchisch geprägten Verhältnissen zu uns stehen, z.B.
Vorgesetzte, Ärzte, Richter etc.
Was wir ebenso mit in unser Erwachsenendasein nehmen, ist
das diffuse, aber beständige Gefühl, irgendwie zu kurz gekommen zu sein und das
zwingende Bedürfnis, doch noch einen Ausgleich für die Mängelerfahrungen der
Kindheit zu erreichen. Dazu bieten sich die
eben erwähnten Beziehungen zu den Menschen unseres Umfeldes an.
Nun soll endlich der Partner die so lange entbehrte Nähe,
das absolute Verständnis und die ersehnte Fürsorge erfüllen. In der Regel befindet sich
unser Partner in einem ähnlich defizitären Zustand. Hier sind die allseits
bekannten Konflikte und Spannungen vorprogrammiert.
In einer Systemischen Aufstellung werden mittels Anordnung
anderer Personen oder symbolischer Figuren als Stellvertreter die im eigenen
Familiensystem wirksamen Beziehungsmuster erkennbar gemacht.
Diese archaischen Muster werden auf der oben beschriebenen
bildhaften Wahrnehmungsebene durch die Anordnung im Raum auch für fremde
Menschen spürbar. So können sie sich in der Regel leicht in das Spannungsfeld
der Person einfühlen, deren Position sie einnehmen. Die gleiche Wirkung
entsteht durch das plastisch-räumliche Bild der aufgestellten Symbolfiguren aus
Holz, die mit einem angedeuteten Gesicht versehen Nähe, Distanz und
Orientierung in einem System zum Ausdruck bringen.
Die aufstellenden
Personen können nun deutlich und sehr intensiv die „alten“ Verstrickungen innerhalb ihrer Herkunftsfamilie und die
sich daraus ergebenden Auswirkungen auf aktuelle Beziehungen wahrnehmen.
So werden vor allem verborgene Störungen deutlich sichtbar
und verstehbar und können über den anschließenden Prozess der Umstrukturierung
– der Stellvertreter im Raum wie auch des verinnerlichten Systems – zu einer
Lösung geführt werden.
Familienstellen kann und soll eine Langzeittherapie, wo
diese nötig ist, nicht ersetzen.
Es hat sich jedoch bei der Lösung von Beziehungsproblemen
als eine äußerst hilfreiche Methode bewährt. Auch bei körperlichen Erkrankungen kann eine Aufstellung
wichtige Aspekte beim Erkennen von möglichen Krankheitsursachen liefern und
dadurch der erste Schritt in Richtung Heilung sein.
Ich biete Ihnen die Familienaufstellung mit ansprechenden
Holzfiguren als jederzeit verfügbare symbolische Stellvertreter an. Auf diese
Art und Weise lässt sich die Methode im laufenden therapeutischen Prozess
kurzfristig und wirkungsvoll integrieren. Auch bei einmalig gestellten Fragen zu Problemsituationen
kann die Aufstellung als hilfreiches Instrument zum Einsatz kommen.
Sie können Ihre Herkunftsfamilie, Ihre Gegenwartsfamilie
oder andere Beziehungssysteme, wie z.B. Ihren Arbeitsplatz aufstellen.
Nach einer Aufstellung wirkt das neue Lösungsbild im Unter-bewusstsein. Dinge kommen in Bewegung, neue Aspekte treten in Erscheinung,
Entwicklungen werden in Gang gesetzt.
In einem nach etwa einer Woche folgenden
Nachgespräch können diese ihren Ausdruck finden.